Foto: Tafel Recklinghausen / Sozialdienst katholischer Frauen Recklinghausen
Vielfalt im Engagement ist eine Stärke, die die Tafel-Arbeit und unsere gesamte Gesellschaft bereichert. Sie gilt es zu schützen, besonders in Zeiten, in denen antidemokratische Stimmen immer lauter werden. Tafel Deutschland war deshalb 2026 erneut Partnerin der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Die Tafel Deutschland und ihre Mitglieds-Tafeln setzen ein klares Zeichen für Menschlichkeit, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt. Persönliche Begegnungen prägen den Tafel-Alltag: Wir sehen, wie Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten vor und hinter der Ausgabetheke aufeinandertreffen. Mit ihrem Engagement unterstützen die Tafel-Aktiven eine solidarische und demokratische Gesellschaft, in der Menschen füreinander da sind.
Daraus entstehen bereichernde Begegnungen, die Vorurteile abbauen, Verständnis füreinander schaffen und wertvolle Einblicke in verschiedene Lebensrealitäten geben. Außerhalb der Ausgabe vertiefen viele Tafeln diese Begegnungen durch interkulturelle Projekte. Mittlerweile engagieren sich auch Geflüchtete, die einst Unterstützung von Tafeln erhielten, ehrenamtlich oder im Bundesfreiwilligendienst bei den Tafeln.

Wir sind wie eine Familie. Wir unterhalten uns, während wir arbeiten, wir lachen zusammen. Ich finde es schön, dass man in der Tafel vielen Leuten hilft, die aus anderen Ländern kommen. Ich bin auch ein Teil von den Leuten, die am Anfang Hilfe gebraucht haben.
– Reim, ehrenamtliche Tafel-Helferin
Diese Zusammenarbeit ohne Schubladendenken ist extrem wertvoll. Das zeigen Tafel-Aktive aus ganz Deutschland bei unserer Fotoaktion zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die dieses Jahr vom 16. bis 29. März stattfanden. Die Hände zwischen sich zusammengelegt, stehen die Tafel-Aktiven für Vielfalt im Engagement ein: Tafel-Arbeit ist Team-Arbeit. Dafür heißen wir Interessierte willkommen, unabhängig von Einkommen, Nationalität oder Lebenssituation.
Warum Vielfalt im Engagement eine wichtige Zutat ist
Solidarität und soziale Gerechtigkeit sind ein Teil des langen Weges zu einer Gesellschaft, an der jeder Mensch gleichberechtigt teilhaben kann. Beides entsteht nicht von allein, sondern erfordert Offenheit, ein Aufeinander-Zugehen und konkrete Angebote.


Das Donnerstags-Team (li.) sowie die ehrenamtlichen Fahrer:innen und die Standortleitung der Tafel Niederberg legen die Hände solidarisch zusammen. Foto: Tafel Niederberg
Viele Tafeln engagieren sich für Vielfalt und wollen Menschen zusammenbringen. Mit kreativen Angeboten schaffen sie Raum für Austausch von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Tafel Deutschland unterstützt diese Vorhaben beispielsweise über das Projekt „Tafel stärkt interkulturelle Begegnungen“.

Eine der geförderten Aktionen ist die kulinarische Weltreise der Tafel Wertheim und ihres Trägers, dem Diakonischen Werk im Main-Tauber-Kreis. Sie haben Engagierte, Tafel-Kund:innen und andere Interessierte ohne Tafel-Bezug an einen Tisch zusammengebracht und an mehreren Abenden Gerichte aus verschiedenen Ländern gemeinsam zubereitet und verzehrt. So haben die Teilnehmer:innen erlebt, wie angenehme Gesellschaft und gutes Essen menschlich verbinden.
Den Auftakt machte ein kenianischer Abend, bei dem Charity aus Kisumu mit den Teilnehmer:innen landestypische Gerichte kochte: Ugali (Griesbrei), Nyama (Fleisch), Sukuma Wiki (Spinat), Chapati (Pfannkuchen) und Dengu (Linsen).
Rassismus verschärft Armut
Wie wichtig es ist, demokratische Werte zu verteidigen, zeigt die erschreckende Armutsstatistik. Menschen mit Migrationsgeschichte gehören in Deutschland zu den Gruppen mit einem überdurchschnittlich hohen Armutsrisiko: 27,7 Prozent sind betroffen im Vergleich zu 11,9 Prozent bei Menschen ohne Migrationsgeschichte.
Noch härter trifft es Menschen, die in Armut leben, obwohl sie in Vollzeit arbeiten. Laut einem Kurzbericht des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors von 2024 [pdf] sind hier je 5 Prozent der Männer und Frauen betroffen, die keine Rassismuserfahrung machen. Deutlich höher fällt der Anteil aus bei Schwarzen Frauen (22 Prozent), Männern, die antimuslimischen Rassismus erleben (21 %), sowie asiatischen Männern und Frauen (je 19 Prozent).
Das ist ein deutliches Zeichen: Armut ist kein persönliches Verschulden, sondern ein strukturelles Problem. Diskriminierung verschärft das Armutsrisiko für Betroffene.

Ein Leben in Würde
Jeder Mensch hat ein Leben in Würde verdient. Das verdeutlicht auch das diesjährige Motto der Internationalen Wochen gegen Rassismus: „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.
Die Aktionswochen sind vorbei. Unser Einsatz für Vielfalt und soziale Gerechtigkeit geht weiter.
Du möchtest dabei sein? Dann melde dich jetzt bei der Tafel in deiner Nähe und erkundige dich nach Möglichkeiten für ein Ehrenamt!

