Fotos: Reiner Pfisterer
Wer anderen Gutes tut, sollte auch auf sich achten! Deswegen haben wir Empfehlungen für Tafel-Aktive zusammengestellt, die das Engagement erleichtern und den Rücken schonen.
1. Lebensmittelkisten rückenschonend heben
In die Hocke zu gehen, schützt euren Rücken. Stellt euch direkt vor eure Kiste, geht in die Knie und neigt euren Oberkörper mit geradem Rücken nach vorne. Die Knie sollten dabei mindestens im 90-Grad-Winkel gebeugt sein, sonst belastet ihr sie zu stark.

Jetzt könnt ihr eure Kiste greifen, die Oberschenkel langsam nach oben drücken und euch aufrichten – so wie es die Tafel-Aktive aus Pirmasens auf den Fotos vormacht. Den Rücken haltet ihr währenddessen möglichst gerade. Nutzt die Kraft aus euren Beinen, um die Kiste anzuheben.
Für die gesunde Tafel-Arbeit ist es wichtig, dass ihr den Körper beim Heben gerade haltet. Erst wenn ihr wieder komplett aufrecht steht, dreht ihr ihn in die Richtung, in die ihr gehen möchtet und lauft los. Ein verdrehter Oberkörper würde die Wirbelsäule belasten. Beim Tragen haltet ihr den Oberkörper weiter aufrecht und die Lebensmittelkiste nah am Körper. Das verringert die Belastung für die Lendenwirbelsäule.
Wenn ihr die Kiste auf den Boden absetzen möchtet, achtet wieder darauf, die Knie zu beugen. Solange ihr die Kiste tragt, bewegt ihr euch am besten langsam und gleichmäßig und hebt oder stellt die Kiste nicht ruckartig ab. Euer Rücken wird es euch danken.
2. Sucht euch Unterstützung
Die Kisten sind schwer oder würden euch beim Tragen die Sicht versperren? Packt gemeinsam an! Zu zweit lassen sich volle Kisten gesünder heben und tragen. Kontrolliert vorher, ob der geplante Weg und die Abstellfläche frei sind. Räumt ggf. auf, bevor ihr die Kiste anhebt.


Nutzt alternativ Sackkarren, Hubwagen oder andere Transporthilfen, um schwere Kisten rückenschonend und sicher zu transportieren.




3. Maske gegen Schimmelsporen
Spendende Unternehmen haben vergessen, dass die Tafel keine Müllabfuhr ist? Nun stapeln sich vor euch Kisten, in denen ein Teil der Lebensmittel vor sich hin schimmelt.
Tragt einen Mundschutz, um euch vor Schimmelsporen zu schützen.
4. Gesunde Tafel-Arbeit: Achtet auf eure mentale Gesundheit
Ein freiwilliges Engagement kann sich ungemein positiv auf euer Wohlbefinden auswirken: Ihr tut etwas Gutes für Mensch und Umwelt, erfahrt Selbstwirksamkeit und knüpft Kontakte zu Gleichgesinnten.
Trotzdem ist ein Ehrenamt nicht zu unterschätzen: Ihr kommt mit teils traurigen und dramatischen Lebensgeschichten in Berührung, die euch nahe gehen können. Manchmal könnt ihr Menschen nicht so unterstützen, wie ihr gerne würdet, und fühlt euch hilflos. Manchmal ist das Engagement stressig, manchmal müsst ihr in einer Leitungsposition unerwartet viel Verantwortung übernehmen.


Achtet auf Warnsignale, die euch auf eine mögliche (psychische) Überlastung hinweisen. Das kann eine plötzliche Reizbarkeit schon bei geringen Anlässen sein, aber auch Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder ein Gefühl von dauerhaftem Druck sind Zeichen dafür. Wenn ihr gar nicht mehr abschalten könnt oder sogar Angst vor dem nächsten Einsatz habt, wird es auf jeden Fall ernst.
Je schneller ihr bereits auf kleine Warnsignale reagiert, desto besser. Setzt euch realistische Erwartungen: Tafel-Aktive engagieren sich mit großem Einsatz und das wissen wir zu schätzen. Damit entlasten sie armutsbetroffene Menschen, können strukturelle Probleme wie Armut und Verschwendung aber nicht allein bekämpfen. Ein gutes Motto kann kauten: Wir möchten helfen, aber wissen, dass wir damit nicht die Welt retten.

Tauscht euch mit anderen Engagierten über eure Erfahrungen und Sorgen aus. Sprecht ehrlich über Probleme, aber macht euch auch gegenseitig bewusst, was ihr mit eurem Engagement erreicht. Teilt beispielsweise kleine positive Erlebnisse wie ein nettes Wort des Dankes von Kund:innen.
Wird der Arbeitsaufwand zu groß, werbt um neue Engagierte oder fragt bestehende Freiwillige, ob sie euch etwa bei Leitungsaufgaben unterstützen möchten. Tafel-Arbeit ist Team-Arbeit.
Wenn ihr eine Pause braucht, nehmt sie euch. Das gilt während einer anstrengenden Schicht genauso wie für euer Engagement im Ganzen. Manchmal hilft es, für ein paar Wochen auszusetzen und mit einem frischen Blick zurückzukommen. Ist der Druck zu groß, sucht euch bitte psychologische Unterstützung. Einen Termin für eine erste psychologische Beratung erhaltet ihr beispielsweise recht schnell über den Patientenservice 116117.

5. Habt Wasser griffbereit
Ob bei 12 oder 32 °C: Denkt daran, ausreichend zu trinken. Am besten habt ihr Wasser in einer Flasche oder einem Glas immer griffbereit, damit ihr über die Schicht verteilt trinken könnt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, etwa 1,5 Liter pro Tag zu trinken. Bei körperlicher Arbeit oder Hitze kann der Bedarf höher sein – hört auf eure Körper. Viele Menschen trinken grundsätzlich zu wenig, was Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen zur Folge haben kann. Das könnt ihr durch regelmäßiges Trinken verhindern.
Wasser ist euch zu langweilig? Peppt es mit frischen und gesunden Zutaten wie Zitrone, Ingwer, Minze, Gurke, Basilikum, Beeren oder Apfel auf.

Quellen: BG BAU; BC Forschung, Wiesbaden / BGN / DEHOGA; Deutsche Gesellschaft für Ernährung; Techniker Krankenkasse; Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

